Holger Biege

Abendland Songtext / Lyric


Holger Biege - Abendland Songtext


Späte Zeit, Dämmerung, Stunde, die Hoffnung, Trauer

und Asche trägt.

Atemholen, einsam sein.

Herbst der Gedanken und letzte Zuflucht für mich.

Abendland, Abendland.



ich achte und verachte dich,

Abendland






Abendland, nicht meine Müdigkeit, sondern die

Sehnsucht nach Träumen läßt mich Schlafs uchen, die

bestürzende Möglichkeit der Verwandlungen meiner

Figur in andere Figuren und Schauplätze: in den von der

Vogelweide, Cervantess, Appollinaire und James Joyce;

Kinderkreuzzüge, Scheiterhaufen, Guillotinen, Kolonien

der Ehrlosigkeit, in Hurenböcke auf Heiligem Stuhl,

Expeditionen an den Saum des Bewußtseins, Bankrott

der guten Vorsätze, Kongresse der zynischen Lachmeister

Marc Aurels "Astronomie der Besinnung", die Sturmtaufen

Vasco da Gamas, Leonardos Spiegelschrift,

Gaudis Anarchie der Gebäude, in Pablo Ruiz Picasso,

der die Wünsche beim Schwanz packte; den Aufstand

im Warschauer Ghetto, die großen Progrome Armeniens

und Spaniens,

Parsival, Hamlet, Woyzeck, Raskolnikow, die Blumen

des Bösen, de Sade, Hanswurst und den Mann ohne

Eigenschaften,



Abendland, Abendland,

wir sind aus dir geboren,

wir fahren auf deinem Narrenschiff dem Abschied

entgegen.



Die Frau, bei der ich Kind war, lehrte mich beten.

Worte, die älter waren als die Haut an ihrem Hals.

Worte der Demut und Anmaßung.

Jetzt, mit meiner Angst, die schon von jeher so zum

Lachen war, will ich diese Worte sprechen, wie damals

vor vielen, vielen Jahren, als ich das erste Mal begriff,

daß wir nicht an der Fähigkeit zu sterben, sondern an der

Unfähigkeit zu leben zugrundegehen:

Herr gib, daß ich Liebe gebe, wo Haß ist,

daß ich verzeihe, wo Schuld ist,

vereine, wo Zwietracht herrscht,



nicht um getröstet zu werden, sondern um zu trösten,

nicht um verstanden zu werden, sondern um zu verstehen,

nicht um geliebt zu werden, sondern um zu lieben.

Nur dies ist wichtig.

Denn, da wir geben, empfangen wir,

da wir uns selbst vergessen, finden wir,

da wir verzeihen, erhalten wir Vergebung,

da wir sterben, ehen wir in das neue Leben.



Späte Zeit, Dämmerung, Stunde, die Hoffnung, Trauer

und Asche trägt.

Atemholen, einsam sein.

Herbst der Gedanken und letzte Zuflucht für mich.

Abendland, Abendland,

ich achte und verachte dich,

Abendland.

Dieser Songtext wurde von www.Deine-Songtexte.com heruntergeladen :)

"Abendland" Video ansehen

Was denkst du über "Abendland"?